Der Denkmals- und Erholungsort Obercunnersdorf
Der Ursprung des Ortes reicht weit zurück bis ins 13. Jahrhundert. Erstmalig findet er am 24. Juni 1221 als Cunradisdorf prope opidum Lubaw (Cunnersdorf bei der Stadt Löbau) urkundliche Erwähnung. Seine heutige Anlage und enge Bebauung allerdings hat das Dorf der starken Besiedlung des 17. und 18. Jahrhunderts zu verdanken, als mit Beginn der Gegenreformation unzählige Menschen aus Böhmen und Mähren vor den Verfolgungen flohen und in der Oberlausitz eine neue Heimat fanden. Zugleich verbreitete sich jener Haustyp, der noch heute erhebliche Teile der südlichen Oberlausitz und Nordböhmens prägt, das Umgebindehaus. Als eine Besonderheit der Volksbauweise stellt es eine Verknüpfung zweier Bauformen dar, die u. a. auf die Siedlungsgeschichte der Oberlausitz zurückzuführen ist.
In Obercunnersdorf finden sich noch etwa 250 dieser Zeugen dörflichen Bauens. Liebevoll wurden sie von den Bewohnern auch in Zeiten akuten Materialmangels gepflegt, sind sie doch wesentliches Teil südoberlausitzer Identität. Seinen Ruf als "Museumsdorf" oder "Denkmalsort" verdankt Obercunnersdorf hauptsächlich der UNESCO. 1984 führte eine Exkursion der ICOMOS, einer Unterorganisation der UNESCO, in den Ort; Denkmalspfleger aus 40 Ländern informierten sich über Werterhaltung und Wohnen im Denkmal. Der Blick vom Kirchberg vermittelt einen Eindruck der dichten Bebauung, wie sie doch mehr für Städte typisch ist. Mächtig überspannt der Bruchsteinviadukt das Tal. 1848 wurde er für die siebente deutsche Fernbahnstrecke Löbau-Zittau-Lauban fertiggestellt, heute ist die Strecke stillgelegt.
Zunächst gab es im Dorf eine der heiligen Barbara gewidmete Kapelle, die 1641 wegen der steigenden Einwohnerzahlen zu einer Kirche erweitert wurde. 1690 begann der Bau einer neuen Kirche, die um das bestehende Gebäude herum gebaut wurde. Zum heutigen Erscheinungsbild der Kirche mit den etwa 2000 Plätzen führten noch viele Umbauten und Erweiterungen. Im Inneren fallen der Alter, das hölzerne Taufbecken sowie die Kronleuchter aus böhmischem Glas ins Auge. Interessant ist die Ausmalung der Tafeln an den Emporen, welche Geschichten aus der Bibel darstellen.
Das Schunkelhaus, eines der ältesten Umgebindehäuser im Ort, ist in der "Klippelgasse 2" zu besichtigen. Das winzige Haus zwischen Bach und Gasse, nimmt nur eine Fläche von 90 Quadratmetern ein. Im schrägen Winkel und dazu noch verdreht stehen Haus und Anbau zueinander, so dass das Häusel zu schaukeln scheint. Die Verschieferung unterstützt noch diesen Eindruck. Bis 1989 wohnte dort eine 1,58 m große Frau, die am Fenster ihrer Umgebindestube gerade mal aufrecht stehen konnte. Heute ist dieses kleine Haus ein Museum.
Die Heimatstube mit einer Schusterwerkstatt und einer Stellmacherei ist in einem großen Umgebindehaus in der "Hauptstraße 65" untergebracht. Einstmals erbaut und bewohnt von einer Faktorenfamilie, bis 1964, genutzt als Schnapsbrennerei. Die vom ehemaligen Pfarrer Lessmann zusammen getragene Ausstellung lässt ahnen, wie seinerzeit unsere Vorfahren gelebt und gearbeitet haben. Das Nebengebäude wird nach dem aufwendigen Wiederaufbau als Haus des Gastes und Touristinformation genutzt.
Der 583 Meter hohe Kottmar bietet neben zahlreichen Wanderwegen auch Rundwege der besonderen Art. So können interessierte den etwa 5,5 km langen Sagenpfad erkunden, welcher nicht nur für die „Kleinen“ geeignet ist. Als Wander- und Erzählhilfe ist das kleine Sagenheft zu empfehlen, auch wenn der Hauptteil der Sagen in verkürzter Form auf Schautafeln nachzulesen ist. Auch sind Führungen für größere Gruppen möglich. Die beiden unterschiedlich langen Naturlehrpfade erklären anschaulich auf kleinen und großen Schautafeln die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Für die Pfade gibt es ebenfalls eine kleine Broschüre zur Orientierung. Des Weiteren kreuzen sich auf dem Kottmar der „Oberlausitzer Bergweg“ und der Fernwanderweg „Wernigerode-Zittau“. Eine weitere Sehenswürdigkeit auf dem Kottmar ist die höchst gelegene der drei Spreequellen. Eine geografische Besonderheit bildet die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee, welche durch den Kottmar verläuft.
Ob erschöpft vom Wandern oder aus reinem Spaß am Wasser, auf dem Weg nach Kottmarsdorf lohnt sich der Halt am Freizeitbad Obercunnersdorf bei jedem Wetter. Das Freibad verfügt nicht nur über einen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sondern auch über ein Babybecken, eine auf 29 °C beheiztes Außen- und Innenbecken, eine Breitrutsche, eine 61 Meter lange Großrutsche, ein Aroma-Dampfbad, Massagedüsen, Sprudelsitze und eine Minigolf-Anlage. Zusätzlich werden verschiedene Kurse, Massagen und Therapien angeboten. Das Freizeitbad hat von April bis Ende Oktober für Sie geöffnet.
Kottmarsdorf, ein Ortsteil von Obercunnersdorf
Der Ort wird 1306, bei seiner ersten Erwähnung, "Khotdmersdorpp" genannt. Wohl zu übersetzen mit Dorf am Kottmar. Feudalgeschlechter, welche sich Grundherrn von Kottmarsdorf nannten, haben oftmals gewechselt. Außer Bauern waren Handwerker, wie Schmiede, Tischler, Spinnrad-, Sieb- und Stellmacher, Böttcher, Windmüller auch Weber und Spinner ansässig.
Die Kottmarsdorfer Kirche wird 1346 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Von 1736 stammt die heutige Kirche. Die Lebensdaten vom ersten Lehrer (1598 - 1673) bezeugen, dass es eine Schule schon Anfang des 17. Jahrhundert gegeben haben muss.
Die Kottmarsdorfer Bockwindmühle wurde 1843 auf dem Pfarrberg errichtet. Sie war genau 100 Jahre in Betrieb. Nach dem Tod des letzten Müllers 1943 verfiel das Wahrzeichen des Dorfes immer mehr. Der Grundstock für eine technische Schauanlage wurde 1961 durch einheimische Schüler und Lehrer gelegt. Seitdem bemühen sich die Gemeinde und die Natur- und Heimatfreunde Kottmarsdorf e.V. gemeinsam um ihre Werterhaltung. Wer wissen möchte, wie der Müller vor über 100 Jahren das Getreide zu Mehl vermahlte, kann sich durch ehrenamtliche Mühlenführer einen Einblick in das damalige Leben und Arbeiten verschaffen.
Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art ist das Friseurmuseum, welches durch den gleichnamigen Verein betrieben wird. In dieser einzigartigen Sammlung von über 6000 Exponaten der Friseurgeschichte erscheint so manches Gerät zu heutiger Zeit wie ein Folterinstrument. Gern werden hier auch Führungen mit ausführlichen Erklärungen angeboten.

Touristinformation Obercunnersdorf
Hauptstraße 65
02708 Obercunnersdorf
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Fax: + 49 (0) 35875 – 60 9 54
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